Der Film verband ältere Tänze zu einer neuen Form
Die Geschichte des Sirtaki beginnt als benannte, weltweit bekannte Tanzform mit Alexis Sorbas, dem Film von Michael Cacoyannis aus dem Jahr 1964. Für diesen Zusammenhang wurde eine tänzerische Verbindung gestaltet, die ruhig beginnt und sich zu schneller Bewegung steigert. Die Choreografie wird üblicherweise Giorgos Provias zugeschrieben; die Musik stammt von Mikis Theodorakis. Anthony Quinn und Alan Bates verkörperten die Figuren, durch die das Publikum den Tanz kennenlernte.
Neu war die für den Film geformte Verbindung, nicht das gesamte Bewegungsmaterial. Die ältere griechische Tanzpraxis lieferte Schritte, Haltungen und den gemeinsamen Körperkontakt. Sirtaki ist deshalb weder eine voraussetzungslose Kinoerfindung noch einfach ein alter Dorftanz unter unverändertem Namen. Seine Entstehung liegt zwischen überliefertem Material und gezielter Gestaltung für die Leinwand.
Wenn du Volkstanz und Folklore in ihren unterschiedlichen Formen betrachtest, ist diese Unterscheidung hilfreich: Das Alter einzelner Bewegungen sagt noch nichts über das Alter einer bestimmten Choreografie aus. Auch eine neu zusammengestellte Form kann regional verwurzelt sein. Beim Sirtaki lässt sich der Anlass dieser Zusammenstellung ungewöhnlich klar benennen: ein Film, dessen Musik und Bilder ein internationales Publikum erreichten.



