Eine Arbeitsweise statt einer Liste von Figuren
Bei zeitgenössischem Tanz in Nürnberg hilft zunächst eine Unterscheidung: Eine künstlerische Arbeit ist nicht schon dadurch beschrieben, dass du ihr einen Stilnamen gibst. Anders als bei einem fest umrissenen Figurenrepertoire gibt es hier keine Schrittfolge, die alle Arbeiten gemeinsam haben müssen. Eine Choreografie kann mit Gewichtsverlagerungen arbeiten, eine andere mit Sprache, Bodenbewegungen oder nahezu reglosen Körpern.
Der dokumentierte Nürnberger Bezug ist die freie Tanzkultur: Die Tafelhalle war 2010 Gastgeberin der Tanzplattform Deutschland. Dieser historische Anhaltspunkt verortet die Stadt im Zusammenhang mit choreografischer Kunst, liefert aber weder ein heutiges Programm noch eine einheitliche örtliche Bewegungssprache. Den weiteren Zusammenhang erläutert die Seite zur Tanzkultur auf Nürnbergs Bühnen und Tanzflächen.
Entscheidend ist die Gestaltung des Bewegungsmaterials. Ein alltägliches Wegdrehen kann verlangsamt, mehrfach wiederholt oder von mehreren Körpern zeitversetzt ausgeführt werden. Dadurch wird aus einem Handgriff eine räumliche oder zeitliche Beziehung. Nicht die Neuheit eines einzelnen Schrittes, sondern seine Verwendung macht die choreografische Entscheidung sichtbar. Auch vertraute Bewegungen können deshalb Teil einer zeitgenössischen Arbeit sein.





