In Rumänien benennt Hora auch das gemeinsame Tanzen
In Rumänien begegnet dir Hora als Bezeichnung für gemeinschaftliche Tänze, häufig in einem geschlossenen Kreis mit gefassten Händen. Gleichzeitig kann der Name im Alltag die gesellige Tanzrunde selbst meinen. Wenn jemand von einer Hora bei einer Hochzeit erzählt, ist damit deshalb nicht automatisch eine exakt benannte Choreografie gemeint.
Viele rumänische Hora-Fassungen bewegen sich in einem Zweiertakt. Seitliche Schritte, anschließende Füße und gemeinsame Gewichtswechsel können eine wiederkehrende Grundlage bilden. Wie weit der Kreis wandert, wie kräftig die Bewegung federt und welche Schritte hinzukommen, hängt jedoch von der lokalen Fassung ab. Eine Landesbezeichnung reicht nicht aus, um die Füße eindeutig zu führen.
Ein konkretes Beispiel ist die Hora Unirii, die mit dem Lied gleichen Namens und der Vereinigung der Fürstentümer Moldau und Walachei 1859 verbunden ist. Das gemeinsame Kreistanzen erhält hier eine politische Symbolik: Menschen schließen sich sichtbar zusammen. Bei einem Familienfest kann dieselbe Aufstellung dagegen vor allem die Gäste verbinden. Im Überblick über internationale Volkstänze lässt sich Hora entsprechend als Familie einordnen, nicht als einzelne universelle Figur.



