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Körpertechnik5 Minuten

Wie du im Slowfox Gewichtsverlagerung ohne Stopps lernst

Av Bernhard De LucaOppdatert

Kurz gesagt
  • Beim Slowfox übernimmt das neue Bein dein Gewicht, während sich dein Körper weiter durch den Schritt bewegt.
  • Ein aufgesetzter Fuß bedeutet noch keine vollständige Gewichtsübernahme, solange du dich weiter auf das vorherige Bein stützt.
  • Vollständig bedeutet, dass das neue Bein dich trägt, nicht dass du darüber stillstehen musst.
  • Der Bewegungsfluss entsteht durch einen abgestimmten Übergang zwischen abgebendem Bein, Körperbewegung und aufnehmendem Bein.

Du kennst die Fußfolge, doch jeder Schritt fühlt sich wie ein neuer Start an. Das kann passieren, obwohl du keinen Fuß verwechselst: Dein Körper behandelt jede Landung wie einen kleinen Parkplatz.

DefinitionStandbein

Das Standbein ist das Bein, das dein Körpergewicht in der jeweiligen Bewegungsphase hauptsächlich trägt. Während eines Schritts geht diese tragende Aufgabe vom bisherigen auf das neue Bein über.

Der Körperweg gehört zum Gewichtswechsel

Bei einer bekannten Slowfox-Folge siehst du zuerst die Füße: Einer bewegt sich, setzt auf, der andere folgt. Für den Gewichtswechsel reicht diese Beschreibung nicht. Auch dein Becken und dein Rumpf müssen ihren Weg zwischen den tragenden Beinen zurücklegen. Bleibt der Körper zurück, hast du zwar den nächsten Fuß platziert, stehst aber noch überwiegend auf dem vorherigen Bein.

Das abgebende Bein unterstützt die Bewegung über den Boden. Das aufnehmende Bein übernimmt die Last nach und nach. Dabei gibt es eine Übergangsphase, in der beide Füße Bodenkontakt haben können. Vollständige Gewichtsübernahme bedeutet nicht, dass nur ein Fuß den Boden berühren darf. Entscheidend ist, welches Bein dich trägt und ob das bisherige Bein frei für seine nächste Bewegung wird.

Am bereits bekannten Slowfox Dreierschritt lässt sich dieser Unterschied gut verstehen: Die Fußfolge beschreibt die Reihenfolge deiner Schritte, die Gewichtsverlagerung erklärt den körperlichen Übergang dazwischen. Du bewegst dich nicht allein durch das Vorstellen eines Fußes, sondern durch das Zusammenspiel von Beinarbeit und Körperweg.

Auch zwischen Übungsrunden bleibt das Bewegungsgefühl wichtig: Du erinnerst dich an einen Weg, nicht nur an Fußpositionen.
Auch zwischen Übungsrunden bleibt das Bewegungsgefühl wichtig: Du erinnerst dich an einen Weg, nicht nur an Fußpositionen.

Vollständig übernehmen heißt nicht feststehen

Die Anweisung, dein Gewicht ganz zu übernehmen, klingt leicht nach einer Endposition: Fuß setzen, Körper darüber sammeln, kurz warten. Im bewegten Slowfox ist die Übernahme jedoch Teil eines laufenden Vorgangs. Das neue Bein kann dich tragen und zugleich die weitere Bewegung ermöglichen. Deine Unterstützung wechselt, ohne dass dein Körper jedes Mal auf Geschwindigkeit null kommen muss.

Zwei Missverständnisse führen zu Stocken. Beim ersten bleibt das alte Bein belastet, während du den nächsten Fuß schon weiterschickst. Du gerätst zwischen die Füße und musst dich anschließend nachholen. Beim zweiten übernimmst du zwar das Gewicht, spannst aber das neue Bein starr an und bremst damit den Körperweg. Danach braucht der nächste Schritt einen erneuten Anstoß.

Der Fußkontakt, die Lastübernahme und das Weiterbewegen sind miteinander verbunden, aber nicht derselbe Moment. Dass Bodenkontakt allein keine Belastung beweist, kennst du vielleicht von Touch, Heel und Hook ohne Gewichtswechsel. Im Slowfox soll der gesetzte Schritt hingegen tatsächlich tragfähig werden. Du suchst weder ein dauerhaftes Schweben zwischen beiden Beinen noch eine festgehaltene Standposition.

Woran du tragfähige Übergänge erkennst

So ja

  • Das neue Bein trägt, das vorherige wird beweglich
  • Den Körper mit dem gesetzten Schritt weiterbewegen
  • Das tragende Bein beweglich lassen
  • Dein Gewicht selbst über die Beine tragen

So nicht

  • Auf dem alten Bein bleiben und den neuen Fuß weiterschicken
  • Den Fuß platzieren und den Körper zurückhalten
  • Das neue Bein beim Aufsetzen starr verriegeln
  • Dich an den Armen deines Gegenübers weiterziehen

Ein Schritt ist nicht schon fertig, weil der Fuß steht; dein Körper muss die tragende Unterstützung auch wirklich übernehmen.

udansa-Redaktion für Standardtanz

Im Paar wird dein Übergang spürbar

Beim gemeinsamen Slowfox wirkt eine verzögerte Gewichtsübernahme nicht nur auf deinen eigenen nächsten Schritt. Dein Gegenüber spürt, dass dein Körperweg nicht zu deinem gesetzten Fuß passt. Ein Fuß ist bereits unterwegs, während dein Rumpf noch am alten Platz bleibt. Dadurch kann die gemeinsame Bewegung erst ziehen und dann plötzlich nachgeben.

In den bekannten Bausteinen Federschritt und Dreierschritt ist deshalb nicht jeder Fußaufsatz ein neuer Start für das Paar. Die Bewegung darf durch die einzelnen Schritte hindurch weitergehen. Das heißt nicht, immer schneller zu werden: Du kannst eine ruhige Bewegung fortsetzen, ohne sie bei jeder Lastübernahme abzubrechen. Die musikalische Dauer eines Schritts bleibt davon unberührt.

Für beide Rollen gilt dabei dieselbe Verantwortung: Du trägst dein eigenes Gewicht und bleibst im Körper beweglich. Die rückwärts tanzende Person darf nicht auf einen Schub warten, die vorwärts tanzende Person darf den Übergang nicht durch Druck mit den Armen erzwingen. Ein flüssiger Slowfox fühlt sich deshalb nicht haltlos an. Du hast Unterstützung vom Boden und zugleich einen Körperweg, der für dein Gegenüber nachvollziehbar bleibt.

Derselbe Übergang aus zwei Bewegungsrichtungen

Vorwärts

Der Körper folgt dem Schritt

Der gesetzte Fuß nimmt die Last auf

Vorwärts kannst du den neuen Fuß gut sehen und dich zu sehr auf sein Ziel konzentrieren. Die Gewichtsübernahme entsteht erst, wenn dein Körper mitkommt und das neue Bein trägt. Dein Oberkörper bleibt dabei aufgerichtet, statt dem Fuß hinterherzukippen.

Rückwärts

Der Körper bleibt nicht zurück

Der Boden trägt auch ohne Blick aufs Ziel

Rückwärts kann der freie Fuß schon hinter dir stehen, während dein Gewicht noch vorn bleibt. Die Übernahme verlangt, dass dein Körper den Rückweg mitvollzieht und das neue Bein tragfähig wird. Du musst dafür weder nach hinten lehnen noch an den Händen ziehen.

Häufige Fragen

  1. Du solltest deine Knie bei der Gewichtsübernahme nicht starr verriegeln. Ein tragendes Bein braucht Unterstützung, aber keine blockierte Gelenkstellung. Wenn du beim Aufsetzen abrupt fest wirst, bremst du den Körperweg und musst die Bewegung für den folgenden Schritt erneut erzeugen.

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