Der Brand führte zu einem Neubau am Limmatufer
Die Baugeschichte des Tanzhauses Zürich hat einen klaren Einschnitt: 2012 zerstörte ein Brand die frühere Maschinenhalle. Danach entstand am Ufer der Limmat ein Neubau des Büros Barozzi Veiga, der 2019 fertiggestellt wurde. An der Wasserwerkstrasse im Letten wurde damit nicht einfach eine bestehende Halle neu eingerichtet. Es entstand ein neues Gebäude für den Zusammenhang von Tanz, Choreografie und Performance.
Der Unterschied zwischen Umbau und Neubau ist für dein Verständnis wichtig. Bei einer Umnutzung gibt ein vorhandener Bau vieles vor: etwa die Form der Räume, Zugänge und bauliche Grenzen. Ein Neubau eröffnet grundsätzlich die Möglichkeit, solche Beziehungen für die vorgesehene Nutzung zu entwerfen. Auch er bleibt an seinen Standort und dessen Bedingungen gebunden.
Beim Tanzhaus treffen deshalb zwei Perspektiven aufeinander: die Geschichte eines verlorenen Arbeitsortes und die Frage, welchen Raum Tanz braucht. Die Architektur ist hier auch unter dem Gesichtspunkt der Bewegung zu betrachten. Ein Gebäude für Tanz muss Körper und ihre Wege aufnehmen können, bevor eine fertige Aufführung entsteht. Wie sich das Haus in die übrige Bühnengeschichte einordnet, zeigt der Überblick zu Tanzaufführungen und Bühnen in Zürich.



