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Bühnenkunst5 Minuten

Im ZKM Karlsruhe trifft Tanz auf digitale Medien

Por Mary De LucaAtualizado em

Kurz gesagt
  • Das ZKM in Karlsruhe war 2021 Partner und mit seinem Medientheater Spielort von TANZ KARLSRUHE.
  • Zum Festivalprogramm 2021 gehörte ein Schwerpunkt zu Tanz und Technologie.
  • Digitale Medien können Bewegungen auf der Bühne vergrößern, zeitversetzt zeigen oder in Bild und Klang übersetzen.
  • Beim Zuschauen hilft dir der Vergleich zwischen Körperbewegung und Medienreaktion; ein heutiges ZKM-Angebot ist damit nicht belegt.

Eine Hand stoppt, ihr digitales Echo zieht weiter. Solche Verschiebungen verändern, wie du eine Bewegung wahrnimmst: Plötzlich kann selbst eine kleine Geste den ganzen Bühnenraum beschäftigen.

DefinitionInteraktivität

Interaktivität bezeichnet hier eine technische Rückkopplung, bei der Bewegung die Ausgabe eines Mediensystems beeinflusst. Eine erfasste Geste kann beispielsweise ein Bild verändern oder einen Klang auslösen.

Das ZKM als historischer Bezug für Tanz und Medien

Für Karlsruhe gibt es einen konkreten Ausgangspunkt: Das ZKM war 2021 Partner von TANZ KARLSRUHE, sein Medientheater gehörte zu den Spielorten. Zum damaligen Festivalprogramm zählte ein Schwerpunkt zu Tanz und Technologie. Der dokumentierte Bezug verbindet also einen Aufführungsort mit einer künstlerischen Fragestellung: Was geschieht, wenn körperliche Bewegung und neue Medien aufeinandertreffen?

Damit ist nicht gesagt, welche Geräte einzelne Produktionen verwendeten oder welche Vorstellungen heute stattfinden. Ebenso wenig lässt sich jede denkbare Medienwirkung diesem Festivaljahr zuordnen. Die folgenden Beispiele erklären allgemeine Gestaltungsmöglichkeiten, keine bestimmten damaligen Inszenierungen. Den größeren Veranstaltungsrahmen findest du unter Tanzveranstaltungen in Karlsruhe.

Auf einer Bühne können digitale Bilder eine zusätzliche Ebene bilden. Ein tanzender Körper bleibt körperlich anwesend: Er hat Gewicht, braucht Bodenhaftung und atmet. Seine mediale Darstellung kann dagegen wachsen, sich vervielfachen oder verschwinden. Gerade dieser Unterschied macht die Begegnung interessant. Du siehst nicht bloß dieselbe Bewegung zweimal, sondern zwei verschiedene Bedingungen ihrer Sichtbarkeit. Ein kleiner Fingerschwung kann als großes Bild erscheinen, während der Körper daneben fast stillsteht.

Uma superfície de projeção pode ampliar espacialmente o movimento, sem ser ela própria um corpo dançante.
Uma superfície de projeção pode ampliar espacialmente o movimento, sem ser ela própria um corpo dançante.

Gleichzeitigkeit beweist noch keine Interaktivität

Wenn ein Arm sich hebt und im selben Moment eine Linie aufleuchtet, wirkt das wie eine direkte Reaktion. Doch der Eindruck verrät den technischen Ablauf nicht zuverlässig. Die Bildfolge könnte vorbereitet sein und die Bewegung präzise dazu passen. Sie könnte ebenso aus erfassten Bewegungsdaten entstehen. Beides kann künstlerisch überzeugend sein, setzt aber eine andere Beziehung zwischen Körper und Medien voraus.

Bei einer interaktiven Gestaltung wird Bewegung technisch erfasst und nach festgelegten Regeln verarbeitet. Dabei lässt sich beispielsweise eine Position in eine Bildposition oder eine Geschwindigkeit in eine Klangveränderung übersetzen. Das System entscheidet nicht von selbst, welche Bewegung bedeutsam ist: Die Zuordnung ist Teil der Gestaltung.

Auch eine Verzögerung muss kein Fehler sein. Stell dir vor, eine Person schließt ihre Drehung ab, während die projizierte Spur noch kreist. Das Bild kann wie eine Erinnerung erscheinen oder einen Gegensatz zur Ruhe des Körpers bilden. Eine sichtbare Abweichung ist zunächst eine Wirkung, keine Diagnose der Technik. Für dich im Publikum ist deshalb aufschlussreicher, wie eine Beziehung wiederkehrt und sich verändert, als möglichst schnell einen bestimmten Sensor zu vermuten.

Zusammenhänge erkennen, Technik nicht vorschnell deuten

So ja

  • Bei wiederholten Gesten die Bildreaktionen miteinander vergleichen
  • Auch Pausen zwischen Bewegung und Medienreaktion beobachten
  • Körpergewicht und Atem neben dem Bildschirmgeschehen beachten
  • Einen auffälligen Effekt zunächst als Gestaltung wahrnehmen

So nicht

  • Jede gleichzeitige Bildänderung für eine Sensorreaktion halten
  • Nur nach möglichst verzögerungsfreien Reaktionen suchen
  • Während der ganzen Szene ausschließlich auf die Projektion schauen
  • Aus einem auffälligen Effekt auf bestimmte Geräte schließen

Eine technische Wirkung lässt sich beschreiben, ohne dass du aus dem Zuschauerraum ihre genaue Herstellung kennen musst.

udansa-Redaktion

Die Verbindung zeigt sich im Wechsel der Aufmerksamkeit

Medien können so auffällig sein, dass der Körper daneben aus deinem Blick verschwindet. Dann entgeht dir womöglich, wie viel Anstrengung hinter einer scheinbar mühelosen Bildbewegung steckt. Umgekehrt übersiehst du bei ausschließlicher Konzentration auf die Tanzenden, dass ein Bild den Raum neu ordnet oder einen Bewegungsimpuls weiterführt. Die Beziehung entsteht gerade zwischen diesen Ebenen.

Ein nützlicher Unterschied ist der zwischen Verstärkung und Widerspruch. Bei einer Verstärkung macht die Projektion eine kleine Bewegung deutlicher: Eine zitternde Hand bekommt etwa eine große, ebenfalls zitternde Spur. Bei einem Widerspruch zeigt das Medium etwas anderes: Der Körper hält inne, das Bild beschleunigt. Beide Möglichkeiten verändern, worauf du achtest und welche Spannung du wahrnimmst.

Es braucht dafür keine lückenlose Geschichte. Eine wiederkehrende Geste kann ausreichen, um Veränderungen sichtbar zu machen. Beim eigenen Tanzen würdest du zusätzlich Gewicht, Balance und Bewegungsweg von innen erleben. Wenn dich dieser körperliche Anteil neugierig macht, bietet die Seite zu Tanzunterricht in Karlsruhe einen getrennten Einstieg ins Mitmachen. Ein Kurs ist dabei keine Voraussetzung fürs Zuschauen und kein Ersatz für eine medienbasierte Bühnenproduktion.

Zwei mögliche Beziehungen zwischen Tanz und Medien

Vorgabe

Der Körper trifft auf ein festes Bild

Ein vorbereiteter Medienablauf gibt den Rahmen

Eine vorproduzierte Bildfolge kann den Tanz zeitlich oder räumlich herausfordern. Du siehst, wie der Körper auf einen festen Ablauf antwortet, ihn bestätigt oder bewusst gegen ihn arbeitet.

Reaktion

Die Bewegung verändert das Bild

Ein Mediensystem antwortet auf erfasste Bewegung

Ein reagierendes System kann Spuren, Farben oder Klänge mit jeder Geste verändern. Du siehst, wie der Körper einen medialen Raum beeinflusst und die sichtbare Antwort wiederum seine Bewegung mitgestalten kann.

Häufige Fragen

  1. Nein, du brauchst kein technisches Vorwissen, um Beziehungen zwischen Bewegung, Bild und Klang wahrzunehmen. Achte auf Wiederholungen, Unterschiede und Unterbrechungen. Ob dahinter eine Kamera, ein Sensor oder ein vorbereiteter Ablauf steckt, musst du für deine Wahrnehmung nicht sicher bestimmen können.

Vamos maravilhar-nos juntos com o movimento

Na udansa, encontras pessoas em Karlsruhe com quem podes ir a uma noite de dança e depois conversar sobre a interação entre corpo e imagens.

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