Das Tanzhaus setzt die frühen zeitlichen Eckpunkte
Die frühe Tanzgeschichte Augsburgs lässt sich an einem städtischen Gebäude verfolgen. Das erste Tanzhaus stand neben dem Rathaus am Fischmarkt. 1396 errichtete die Stadt ein neues Haus neben der Moritzkirche am Weinmarkt, im Bereich der heutigen Maximilianstraße. Damit erhält die Geschichte einen konkreten Ort, ohne dass du dir bereits einen modernen Ballsaal vorstellen musst.
Ein Umbau folgte 1429. Nach einem Brand ersetzte die Stadt das Gebäude 1452 durch einen Steinbau. Die Angaben zeigen, dass der Ort baulich verändert und wiederhergestellt wurde. Genutzt wurde das Tanzhaus von der Oberschicht für Tänze, Hochzeiten und Feste; die gesellschaftlichen Regeln der Geschlechtertänze sind ein eigenes Thema.
Für die zeitliche Einordnung sind zwei Endpunkte auseinanderzuhalten: 1577 fand der letzte Geschlechtertanz statt, 1632 wurde das Haus abgerissen. Das Ende einer bestimmten Veranstaltung und das Ende ihres Gebäudes sind nicht dasselbe Ereignis. Ebenso wenig bedeutet der Abriss, dass danach in Augsburg überhaupt nicht mehr getanzt wurde. Die überlieferten Stationen beschreiben diesen Ort, keine vollständige Liste aller Tanzgelegenheiten. Den weiteren thematischen Rahmen findest du bei Tanzstilen und Tanzkultur in Augsburg.





