Die erste Leitungsphase öffnete Raum für Experimente
Als Johann Kresnik 1968/69 die Tanzsparte am Theater Bremen übernahm, begann eine für die Stadt prägende Phase des Tanztheaters. Bremen wurde unter seiner Leitung zu einem Experimentierlabor dieser Bühnenform. Die Bedeutung dieser Leitungsübernahme erschließt sich nicht allein aus dem Datum: Eine künstlerische Leitung beeinflusst, welche Vorstellungen von Tanz innerhalb einer Sparte Raum bekommen und welche Aufgaben Körper auf der Bühne übernehmen.
Im politischen Tanztheater können Bewegungen gesellschaftliche Verhältnisse darstellen. Der Körper erscheint dann beispielsweise als bedrängt, angepasst oder widerständig. Ein Ensemble kann eine Gemeinschaft zeigen, aber ebenso eine Ordnung, die einzelne Menschen ausschließt. Das sind Möglichkeiten dieser Theaterform, keine Beschreibung einer bestimmten Bremer Inszenierung.
Kresnik verließ Bremen 1978. Im selben Jahr übernahmen Gerhard Bohner und Reinhild Hoffmann die künstlerische Leitung. Damit war die Zeit bis zu seiner Rückkehr keine bloße Pause seiner eigenen Arbeit, sondern eine Phase mit anderen künstlerischen Positionen.
Für die Einordnung hilft dir die Unterscheidung zwischen einer Person und einer Bühnenform: Kresnik prägte das Tanztheater in Bremen, seine Geschichte erschöpft sich aber nicht in seinen Leitungsjahren. Den weiteren Rahmen beschreibt die Tanzkultur zwischen Bühne und Festival in Bremen.






