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Musikverständnis5 Minuten

So liest du beim Wiener Walzer BPM und Taktraten

بقلم Bernhard De Lucaآخر تحديث

Kurz gesagt
  • Im internationalen Standardtanzen liegt Wiener Walzer üblicherweise bei etwa 58 bis 60 Takten pro Minute.
  • Ein Dreivierteltakt enthält drei Viertelschläge, deshalb entspricht die Taktrate multipliziert mit drei der Viertelschlagzahl pro Minute.
  • 60 Takte pro Minute und 180 Viertelschläge pro Minute beschreiben dasselbe Tempo.
  • Eine BPM-Angabe ist nur eindeutig, wenn du weißt, welche musikalische Einheit gezählt wurde.

Eine hohe Zahl neben einem Musikstück kann unnötig abschrecken. Bevor du eine Aufnahme für zu schnell hältst, lohnt es sich, die Einheit hinter der Zahl zu verstehen.

DefinitionTaktrate

Taktrate bezeichnet die Anzahl vollständiger musikalischer Takte pro Minute. Beim Wiener Walzer umfasst jeder dieser Takte drei Viertelschläge.

Die übliche Taktrate beschreibt ganze Dreiergruppen

Wenn im Standardtanzen vom Tempo des Wiener Walzers die Rede ist, werden häufig vollständige Takte gezählt. Als üblicher Orientierungsbereich gelten etwa 58 bis 60 Takte pro Minute. Dieser Bereich beschreibt die schnelle Walzerform im internationalen Standardtanzen, nicht jede Aufnahme, die als Wiener Walzer bezeichnet wird.

Bei Tanzabenden und beim Üben begegnen dir auch langsamere Fassungen, beispielsweise um 50 Takte pro Minute. Das ist kein Widerspruch zum üblichen Standardtempo. Eine Musik kann für einen bestimmten Übungsrahmen verlangsamt sein; eine Konzertinterpretation wiederum folgt nicht zwingend einem gleichmäßigen Tanztempo. Aus der Bezeichnung allein ergibt sich deshalb keine exakte Geschwindigkeit.

Die Taktrate fasst jeweils drei Viertelschläge zu einer Einheit zusammen. Bei 60 Takten pro Minute dauert ein Takt eine Sekunde. Innerhalb dieser Sekunde liegen drei Viertelschläge. Die Zahl 60 wirkt dadurch auf dem Papier moderat, obwohl die einzelnen Zählzeiten rasch aufeinanderfolgen.

Das Tempo beschreibt die Musik, nicht automatisch die Schwierigkeit einer Figur. Koordinationsanforderungen sind davon getrennt, wie der Ratgeber zum Koordinieren von Armen und Beinen erläutert. Eine Tempoangabe ersetzt weder die Einordnung deines Lernstands noch eine Beschreibung der Bewegung.

Das Notensymbol neben einer Tempozahl legt fest, welche Zähleinheit das Metronom abbildet.
Das Notensymbol neben einer Tempozahl legt fest, welche Zähleinheit das Metronom abbildet.

BPM braucht beim Walzer eine benannte Zähleinheit

BPM bedeutet beats per minute, also Schläge pro Minute. Die Abkürzung verrät allerdings noch nicht zuverlässig, welche Schläge ein Musikdienst, ein Messgerät oder eine Notiz meint. Häufig sind es Viertelschläge; beim schnellen Walzer lässt sich der musikalische Puls aber auch auf der Ebene ganzer Takte wahrnehmen. Umgangssprachliche Angaben vermischen diese Ebenen gelegentlich.

Für den Dreivierteltakt ist die Umrechnung eindeutig, sobald die Einheit feststeht: Takte pro Minute × 3 = Viertelschläge pro Minute. In der Gegenrichtung teilst du die Viertelschlagzahl durch drei. Das gilt für die musikalischen Einheiten, unabhängig davon, wie kräftig einzelne Schläge hörbar sind.

  • 50 Takte pro Minute entsprechen 150 Viertelschlägen pro Minute.
  • 58 Takte pro Minute entsprechen 174 Viertelschlägen pro Minute.
  • 60 Takte pro Minute entsprechen 180 Viertelschlägen pro Minute.

Stehen neben derselben Aufnahme die Werte 60 und 180, kann also schlicht eine andere Einheit verwendet worden sein. Die Aufnahme wurde dadurch nicht beschleunigt. Stehen dagegen ausdrücklich 60 und 180 Viertelschläge pro Minute da, beschreiben sie tatsächlich unterschiedliche Geschwindigkeiten. Die kleine Ergänzung hinter der Zahl entscheidet, ob du umrechnen musst oder einen echten Tempounterschied vor dir hast.

Tempoangaben eindeutig zuordnen

So ja

  • Zu 60 Takten pro Minute 180 Viertelschläge notieren
  • Bei einer BPM-Zahl die gezählte Einheit mitdenken
  • Nur Angaben derselben Einheit direkt vergleichen

So nicht

  • 60 Takte pro Minute mit 60 Viertelschlägen gleichsetzen
  • Jede BPM-Zahl automatisch als Viertelschläge verstehen
  • 60 Takte und 180 Viertelschläge als Temposprung lesen

Eine Tempozahl ohne Zähleinheit ist wie eine Entfernung ohne Maßeinheit: Sie lässt sich lesen, aber nicht zuverlässig vergleichen.

udansa-Redaktion

Messwerte hängen vom Ausschnitt und der Methode ab

Auch mit benannter Einheit können zwei Messungen leicht voneinander abweichen. Ein automatisch ermittelter Wert bezieht sich möglicherweise auf die gesamte Aufnahme, ein handgetippter Wert nur auf einen kurzen Abschnitt. Hat die Musik eine freie Einleitung oder zieht das Tempo später an, erfassen beide Messungen nicht dieselbe Situation. Das Ergebnis muss deshalb nicht falsch sein, kann aber für deinen Vergleich ungeeignet sein.

Hinzu kommen Messfehler: Bei sehr kurzen Ausschnitten wirkt sich ein einzelner zu früh oder zu spät getippter Impuls stark aus. Eine längere gleichmäßige Passage liefert meist einen stabileren Durchschnitt. Mitgezählt werden dabei entweder Taktanfänge oder Viertelschläge, nicht wechselweise beide. Der Faktor drei erklärt nur den Wechsel zwischen diesen beiden Einheiten; andere Abweichungen brauchen eine andere Erklärung.

Eine brauchbare Musiknotiz hält deshalb Zahl, Einheit und Bezugsabschnitt zusammen fest, etwa: „ungefähr 59 Takte pro Minute, regelmäßiger Hauptteil“. Wie du musikalische Angaben zusammen mit Bewegungen festhältst, zeigt der Ratgeber zum Aufschreiben von Tanzschritten.

Damit bleibt auch eine gerundete Tempozahl verständlich. Sie behauptet keine Genauigkeit für jede Sekunde der Aufnahme und lässt sich dennoch sinnvoll mit einem anderen gleichmäßig gespielten Walzerabschnitt vergleichen.

Dieselbe Musik, zwei sinnvolle Angaben

Takte

60 vollständige Takte pro Minute

Der Blick auf die wiederkehrende Takteins

Diese Angabe macht die größeren musikalischen Einheiten sichtbar. Du kannst damit zwei Walzeraufnahmen vergleichen, wenn beide Werte ausdrücklich als Takte pro Minute angegeben sind.

Viertel

180 Viertelschläge pro Minute

Der Blick auf die drei Zählzeiten im Takt

Diese Angabe passt zu einem Metronom, das jedes Viertel hörbar macht. Du kannst damit zwei Walzeraufnahmen vergleichen, wenn beide Werte ausdrücklich auf Viertelschläge bezogen sind.

Häufige Fragen

  1. Automatische Erkennung kann eine andere Pulsebene auswählen oder den Dreivierteltakt falsch deuten. Sie verarbeitet Klangereignisse und deren Abstände, nicht dein tänzerisches Zählen. Ein angezeigter Wert ist deshalb zunächst eine Schätzung, die zur hörbaren Taktstruktur passen muss.

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