Die lange 4 und 1 ist keine leere Wartezeit
Gemeint ist hier die langsame Rumba des internationalen Lateintanzes. Ihr tanzt die Schritte typischerweise auf den Zählzeiten 2, 3 und 4; die Bewegung des Schritts auf 4 entwickelt sich über die 1 weiter. Die Füße setzen auf 1 normalerweise keinen zusätzlichen Grundschritt. Der Körper ist deshalb aber nicht eingefroren.
Mit der Gewichtsübernahme auf 4 und dem weiteren Setzen über dem Standbein, häufig als Settling bezeichnet, entsteht ein längerer Bewegungsabschnitt. Darin kann eine kommende Richtung allmählich erkennbar werden. Soll die folgende Person auf 2 einen anderen Weg nehmen, braucht sie diese Information, bevor sie den Schritt einleitet.
Ein konkreter Unterschied: Du möchtest nach dem langsamen Schritt eine Öffnung statt der bisherigen Gegenüberstellung. Beginnt deine entsprechende Ausrichtung erst, wenn dein Gegenüber auf 2 bereits in die alte Richtung tritt, kollidieren zwei Entscheidungen. Wird die Möglichkeit während 4 und 1 verständlich, kann der nächste Schritt sie aufnehmen. Dafür braucht es keinen zusätzlichen Fußschritt und keine hektische Armbewegung.
Die Zählzeiten sind eine gemeinsame Zeitkarte, kein starrer Signalcode. Falls dir ihre Verbindung zur Musik noch fremd ist, erklärt der Beitrag über musikalische Vorkenntnisse beim Tanzen, weshalb Rhythmusgefühl auch im Unterricht wachsen kann.



