Eine historische Zunfttradition gegen die Angst
Der Münchner Schäfflertanz blickt auf eine jahrhundertealte Tradition zurück, deren Wurzeln die Überlieferung mit einer schweren Pestzeit im frühen 16. Jahrhundert verknüpft. Demnach zogen die Fassmacher als erste Handwerker mit frischer Musik und Tanzschritten durch die Straßen Münchens, um die verängstigte Bevölkerung wieder ins Freie zu locken und Zuversicht zu stiften. Schriftlich belegt ist dieses Zeremoniell erstmals im Jahr 1702.
Aus dieser historischen Begebenheit entwickelte sich ein festes Gelübde, das die Zunft bis in die Gegenwart pflegt. Im Gegensatz zu vielen anderen bayerischen Tanzformen handelt es sich hierbei nicht um einen offenen Gesellschaftstanz, sondern um ein streng überliefertes Ritualtanzspiel auf öffentlichen Plätzen der Münchner Innenstadt. Wer sich intensiver mit traditioneller Bewegung auseinandersetzen möchte, kann sich für andere Formate inspirieren lassen, etwa über einen Schnupperkurs.






