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Tanzgeschichte6 Minuten

Wie der Geschlechtertanz Augsburg und seine Patrizier prägte

Av Mary De LucaOppdatert

Kurz gesagt
  • Die Geschlechtertänze in Augsburg waren Feste der Patrizier, also der städtischen Oberschicht und ihrer Familien.
  • Das Wort Geschlechter bezeichnet hier Familienverbände und keine Einteilung der Tanzenden nach Mann und Frau.
  • Nach dem Umbau von 1429 fanden die Geschlechtertänze im städtischen Tanzhaus am Weinmarkt statt.
  • Der letzte Augsburger Geschlechtertanz fand 1577 statt; eine genaue Schrittfolge ist durch die vorliegenden Angaben nicht belegt.

Ein Fest kann zeigen, wer zusammengehört und wer außen bleibt. Wenn du Augsburgs Tanzvergangenheit verstehen möchtest, ist deshalb die Zusammensetzung der Festgesellschaft ebenso aufschlussreich wie die Bewegung auf der Tanzfläche.

DefinitionPatriziat

Patriziat bezeichnet die gesellschaftlich führende Schicht einflussreicher städtischer Familien. Ihre Angehörigen heißen Patrizier.

Der Name beschreibt Familien, nicht Tanzrollen

Beim Geschlechtertanz in Augsburg führt die heutige Bedeutung des Wortes „Geschlecht“ leicht auf die falsche Spur. Gemeint sind hier die städtischen Familienverbände, nicht eine Aufteilung in männliche und weibliche Tanzende. Die Patrizier bildeten die prägende gesellschaftliche Gruppe dieser Feste. Der Name erzählt damit zuerst etwas über die Zugehörigkeit der Feiernden.

Das historische Tanzhaus war ein Ort, an dem die Oberschicht tanzte, Hochzeiten und andere Feste feierte. Der Geschlechtertanz lässt sich deshalb nicht allein über eine Schrittfolge erklären. Seine Bedeutung lag auch darin, dass Angehörige dieser gesellschaftlichen Schicht gemeinsam auftraten und feierten. Familienzugehörigkeit war dabei etwas anderes als die heutige Anmeldung zu einem Tanzabend.

Für eine genaue Gästeliste, einzelne einflussreiche Familien oder konkrete Zulassungsregeln reichen die vorliegenden Angaben allerdings nicht aus. Du kannst die Patrizier als Träger der Tradition benennen, ohne bestimmte Personen zu ihren Erfindern zu erklären. Ebenso wenig belegt der Begriff, wer ein Paar führte oder welche Aufstellung verwendet wurde.

Wenn du die Bezeichnung unter Augsburgs unterschiedlichen Tanzformen und ihrer Geschichte einordnest, hilft diese Unterscheidung: Manche Namen kennzeichnen eine Bewegungstechnik, andere vor allem einen gesellschaftlichen Anlass. Der Geschlechtertanz gehört hier zur zweiten Art der Bezeichnung.

Historische Gebäudeangaben erzählen vom Rahmen eines Festes, aber noch nicht von seinen Schritten oder seiner Musik.
Historische Gebäudeangaben erzählen vom Rahmen eines Festes, aber noch nicht von seinen Schritten oder seiner Musik.

Das Tanzhaus gab der Tradition einen festen Rahmen

Die Entwicklung der Geschlechtertänze lässt sich anhand des Tanzhauses zeitlich ordnen. Das erste städtische Tanzhaus stand neben dem Rathaus am Fischmarkt. Bereits damit reicht die örtliche Tradition des gemeinsamen Tanzens und Feierns bis ins 14. Jahrhundert zurück. Ein exaktes Anfangsdatum der Geschlechtertänze selbst ist damit jedoch nicht benannt.

1396 errichtete die Stadt ein neues Tanzhaus am Weinmarkt, direkt neben der Moritzkirche. Für die hier behandelte Festtradition ist besonders der Umbau von 1429 wichtig: Danach fanden dort die Geschlechtertänze der Patrizier statt. Nach einem Brand ersetzte die Stadt das Gebäude 1452 durch einen Steinbau.

Diese Abfolge zeigt, dass sich der bauliche Rahmen veränderte, während das Tanzhaus weiterhin als Ort der Festkultur diente. Sie beschreibt aber keine Entwicklung von einfachen zu komplizierten Tanzfiguren. Ein Umbau ist ein Gebäudedatum, kein Beleg für einen neuen Rhythmus oder eine veränderte Paarhaltung.

Auch „städtisch“ und „für alle zugänglich“ sind nicht gleichbedeutend. Die Stadt stellte den Ort bereit; als Festgesellschaft ist hier die Oberschicht genannt. Über Tanzboden, Musiker, Kleidung oder die Reihenfolge eines Festabends sagen die vorliegenden Angaben nichts. Wer eine anschauliche Szene daraus entwickelt, ergänzt also eine Vorstellung. Die belegte Geschichte bleibt enger: Ort, bauliche Veränderungen und die Patrizier als gesellschaftliche Träger.

Les det historiske begrepet riktig

Richtig

  • Geschlechter als Familienverbände verstehen
  • Die Patrizier als prägende Festgesellschaft benennen
  • Gebäudedaten und Tanzpraxis getrennt betrachten
  • 1577 als Ende dieser Festtradition einordnen

Missverständnis

  • Geschlechter als Männer- und Frauengruppen lesen
  • Das Fest als offenen Tanzabend für alle darstellen
  • Aus dem Steinbau eine bestimmte Schrittfolge ableiten
  • 1577 als Ende sämtlichen Tanzens in Augsburg deuten

Ein Tanzname kann verraten, wer zusammen feiern durfte, ohne uns einen einzigen Schritt zu überliefern.

Redakteur für Tanzgeschichte

I 1577 tok festtradisjonen slutt, ikke dansen i Augsburg

I 1577 feiret overklassen i Augsburg den siste slektedansen. Denne datoen markerer slutten på festtradisjonen som beskrives her. Det betyr verken at ingen danset i Augsburg etterpå, eller at dansehuset forsvant umiddelbart. Rivingen av bygningen er først dokumentert i 1632.

Slutten på et arrangement og slutten på stedet der det ble holdt, er to forskjellige hendelser. I korte historiske oppsummeringer blir de lett slått sammen til én historie. Det er viktig at du skiller mellom dem: Patrisierne feiret sin siste slektedans, og huset ble stående også etterpå.

Det er ikke mulig å forklare hvorfor tradisjonen tok slutt ut fra opplysningene som er nevnt. Å vise til politiske konflikter, endrede festvaner eller økonomiske grunner som årsak ville være spekulasjon uten ytterligere belegg. Det er heller ikke dokumentert at tradisjonen fortsatte direkte i en moderne ball eller et kurs. Felles dans kan fylle lignende sosiale funksjoner gjennom århundrer uten at det er snakk om det samme arrangementet.

Du kan se forskjellen mellom dette og møter i dag ved å lese om dansearrangementer og de ulike anledningene til dem i Augsburg. Hvis du selv er på jakt etter undervisning, tar siden om dansekurs som passer til læringsmålet ditt deg inn i nåtiden. Slektedansene forklarer derimot en historisk sammenheng: Bestemte familier feiret sammen, og byens dansehus ga festene deres et sted.

Ein Fest, zwei historische Perspektiven

Familier

Tilhørighet i festfellesskapet

Hvem som bar tradisjonen sosialt

Patrisierne preget slektsdansene som festdeltakere. Når du tolker begrepet ut fra familietilhørighet, blir det forståelig hvorfor det kjennetegner deltakerne sterkere enn bevegelsene deres. Dette perspektivet forklarer den sosiale betydningen av navnet.

Dansehus

De romlige rammene for feiringen

Der tradisjonen hadde sin plass

Byens dansehus ga bryllup, festligheter og danser et felles sted. Ombyggingene og den senere steinbygningen gjør det mulig å følge den romlige utviklingen. Dette perspektivet forklarer rammene, uten at man dermed kan utlede en bestemt dansemåte.

Ofte stilte spørsmål

  1. De tilgjengelige historiske opplysningene gir ikke grunnlag for å utlede en Geschlechtertanz som kan undervises i dag, med fastlagte trinn. Et kurs i historiske danser kan ta for seg andre overleverte former. En moderne koreografi med dette navnet ville derfor ikke automatisk gjenspeile datidens dansepraksis i Augsburg.

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