Aus der übernommenen Schule wird Perrottets Lebensarbeit
1918 übernahm Suzanne Perrottet die Laban-Schule in Zürich. Sie führte die Einrichtung unter wechselnden Namen weiter und unterrichtete dort bis 1979. Diese Eckdaten erzählen von einer langen pädagogischen Tätigkeit: Auf die Übernahme folgte kein kurzer Nachtrag, sondern ein eigener Zeitraum der Schulgeschichte.
Das Wort weiterführen verbindet dabei zwei Dinge. Eine bestehende Schule bildet den Ausgangspunkt, zugleich übernimmt eine andere Person Verantwortung für ihre Fortsetzung. Wer eine Schule führt und dort lehrt, steht zwischen institutioneller Arbeit und der unmittelbaren Begegnung mit Lernenden. Unterricht braucht einen Zusammenhang, in dem Menschen wiederholt an Bewegung arbeiten können.
Auch die wechselnden Namen gehören zu dieser Geschichte. Ein Schulname macht eine Einrichtung nach außen erkennbar; die Lehrtätigkeit findet dagegen im wiederkehrenden Unterricht statt. Für Perrottets Bedeutung sind deshalb die Fortführung der Schule und ihre eigene Arbeit als Lehrerin gemeinsam entscheidend.
Wenn du in Zürich lebst oder hierherziehst, eröffnet das einen anderen Zugang zur örtlichen Tanzgeschichte: Nicht jede wichtige Entwicklung lässt sich an einer Premiere festmachen. Auch eine Schule ist ein Ort künstlerischer Arbeit, obwohl ihre alltäglichen Versuche meist ohne Publikum stattfinden.


