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Tanzgeschichte5 Minuten

Deutsches Tanzarchiv Köln: Tanzgeschichte und Tanzmuseum

De Mary De LucaActualizat la

Kurz gesagt
  • Das Deutsche Tanzarchiv Köln ist ein Forschungs- und Informationszentrum im Kölner Mediapark mit Bibliothek, Videothek und über 400 Nachlässen.
  • Das 1997 eröffnete Tanzmuseum präsentiert jährlich wechselnde Ausstellungen mit originalen Dokumenten, Kostümen und Fotografien zum Bühnentanz vom 18. bis zum 20. Jahrhundert.
  • Träger der Institution sind die SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn und die Stadt Köln.
  • Während das Archiv Forschenden und Tanzschaffenden nach Anmeldung offensteht, wendet sich das Museum mit Führungen, Vorträgen und Filmabenden an alle Interessierten.

Tanz vergeht im selben Augenblick, in dem die Bewegung endet. Das Archiv im Mediapark sammelt die Spuren des Bühnentanzes und macht dessen Entwicklung für alle greifbar.

DefinitionTanzarchiv

Ein Tanzarchiv ist eine spezialisierte Gedächtniseinrichtung zur systematischen Sammlung, Bewahrung und Erschließung von Dokumenten, Kostümen, Bildquellen und Nachlässen der Tanzkunst. Es sichert flüchtige Bühnenmomente dauerhaft für Forschung und Öffentlichkeit.

Ein Gedächtnis für den Bühnentanz im Mediapark

Wer sich für die Ursprünge des europäischen Bühnentanzes interessiert, stößt schnell auf das Deutsche Tanzarchiv Köln im Kölner Mediapark. Gegründet als Informations- und Forschungszentrum, bewahrt die Einrichtung das materielle Gedächtnis des künstlerischen Tanzes. Getragen wird die Institution von der SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn sowie der Stadt Köln. Hier lagern über 400 Nachlässe und Sammlungen herausragender Persönlichkeiten, darunter die persönlichen Dokumente von Ausdruckstanz-Pionierin Mary Wigman und Choreograf Kurt Jooss. Für Forscher, Tanzschaffende und Tanzbegeisterte bietet das Archiv einen tiefen Einblick in historische Notationen, Kritiken und Briefwechsel.

Das Besondere an dieser Sammlung ist ihre thematische Spannweite, die vom Tanz des 18. Jahrhunderts bis zur Moderne reicht. Neben Schriften und Fotografien umfasst das Archiv eine umfangreiche Bibliothek und eine spezialisierte Videothek. Damit lassen sich vergangene Bewegungsformen nachvollziehen, die sonst nur flüchtig auf der Bühne existiert hätten. Tanzgeschichte wird hier nicht als trockene Theorie begriffen, sondern als lebendige Dokumentation menschlicher Ausdruckskraft. Auch für das Verständnis heutiger Stile wie Contemporary Dance liefert der historische Fundus wichtige Impulse zur Orientierung.

Historische Tanzpartituren und Fotografien bewahren Choreografien über Jahrhunderte hinweg vor dem Vergessen.
Historische Tanzpartituren und Fotografien bewahren Choreografien über Jahrhunderte hinweg vor dem Vergessen.

Wechselnde Ausstellungen im Tanzmuseum erleben

Um die reichen Bestände nicht nur Wissenschaftlern zugänglich zu machen, eröffnete 1997 das Tanzmuseum des Archivs. In jährlich wechselnden Themenausstellungen werden ausgewählte Schätze des Hauses der Öffentlichkeit präsentiert. Besucher sehen dort historische Fotografien, handschriftliche Tanzpartituren, Briefe sowie originale Kostüme und Bühnenbildentwürfe. Diese Zeugnisse verdeutlichen, wie sich Körperbilder, Kostümkonzepte und Tanzästhetik im Lauf der Jahrhunderte veränderten.

Ein Rundgang durch das Tanzmuseum öffnet die Augen dafür, wie eng Tanzkunst mit gesellschaftlichen Strömungen verknüpft ist. Neben den klassischen Schaukästen beleben regelmäßige Führungen, Vorträge und Filmabende das Ausstellungsprogramm. Man erfährt, welche Skandale manche Tanzpremieren auslösten und wie Choreografen neue Bewegungssprachen erfanden. Historische Tanzorte wie das städtische Festhaus Gürzenich zeigen, wie tief das Tanzen im städtischen Leben wurzelt, doch das Museum im Mediapark fokussiert sich ganz auf die Kunstform des Bühnentanzes und deren gestalterischen Wandel.

Den Besuch im Tanzarchiv und Museum richtig planen

Empfohlen

  • Ausstellungsthemen unvoreingenommen auf sich wirken lassen
  • Originale Tanzschriften und Kostüme im Detail vergleichen
  • Begleitende Führungen oder Filmabende vor Ort nutzen
  • Für Archivrecherchen frühzeitig schriftlich anmelden

Typische Irrtümer

  • Fachwissen über Tanznotation als Besuchsvoraussetzung erwarten
  • Tanzgeschichte nur auf fertige Bühnenstücke reduzieren
  • Das Museum nur als reines Textarchiv ohne Anschauung sehen
  • Ohne Terminabsprache für die Einsicht in Nachlässe anreisen

Ein Tanzarchiv fängt das Flüchtigste aller Kunstwerke ein und schenkt Choreografien ein zweites Leben jenseits des Bühnenvorhangs.

Tanzwissenschaftlerin und Kuratorin

Wie Laien und Aktive die Bestände nutzen

Das Tanzmuseum richtet sich ausdrücklich an ein neugieriges Publikum ohne tanzwissenschaftliche Vorbildung. Wer Ausstellungen besucht, braucht kein Vorwissen über historische Schrittfolgen oder Labanotation. Die Schauen sind so konzipiert, dass visuelle Eindrücke, Kostüme und historische Aufnahmen für sich selbst sprechen. Oft genügt der Blick auf ein handgeschriebenes Notizbuch oder eine historische Aufnahme, um die Faszination einer Tanzepoche zu begreifen.

Für die eigene Tanzpraxis kann dieser Blick zurück erstaunlich inspirierend wirken. Wer selbst tanzt oder überlegt, welcher Tanzstil am besten passt, entdeckt im Museum die gemeinsamen Wurzeln vieler moderner Techniken. Das Archiv selbst steht hingegen all jenen offen, die gezielt zu bestimmten Choreografien, Personen oder Epochen recherchieren möchten. Während das Museum zum Schauen und Entdecken einlädt, erfordert die Nutzung der Archivbestände und Nachlässe im Lesesaal in der Regel eine vorherige Anmeldung. So ergänzen sich beide Bereiche zu einer lebendigen Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Zwei Seiten derselben Institution im Vergleich

Forschung

Deutsches Tanzarchiv

Quellenstudium im Kölner Mediapark

Das Archiv bewahrt über 400 Nachlässe, Briefe, Fotografien und Tanzpartituren. Hier arbeiten vor allem Forschende, Journalisten und Choreografen im Lesesaal nach vorheriger Absprache an historischen Quellen.

Ausstellung

Tanzmuseum

Öffentlicher Raum für Tanzkultur

Das Museum bereitet historische Bestände in wechselnden Ausstellungen für die Öffentlichkeit auf. Originale Kostüme, Fotodokumente und Filmabende machen Tanzgeschichte für jeden Besucher ohne Vorwissen anschaulich.

Häufige Fragen

  1. Ja, das Tanzmuseum ist als öffentlicher Ausstellungsraum für alle Tanzinteressierten ohne Voranmeldung zu den regulären Öffnungszeiten zugänglich. Es zeigt jährlich wechselnde Themenausstellungen aus den eigenen Sammlungsbeständen, ergänzt durch Führungen und Vorträge.

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