Wie die freie Tanzszene der Stadt aufgebaut ist
Wer in Berlin ankommt und sich für Bühnenkunst jenseits klassischer Normen interessiert, begegnet schnell der freien Tanzszene. Im Gegensatz zu festen Ensembles an Stadttheatern organisieren sich Choreografen und Tänzer hier in temporären Projekten, Kollektiven oder als freischaffende Solokünstler. Zeitgenössischer Tanz in Berlin zeichnet sich vor allem durch die enge Verzahnung von professioneller Forschung und offenen Trainingsformaten aus. Studios dienen nicht bloß als Probenräume, sondern als soziale Treffpunkte, an denen Körperkonzepte erprobt werden.
Historisch wurzelt diese Szene tief in selbstverwalteten Strukturen: Die Tanzfabrik Berlin entstand 1978 in einer ehemaligen Lampenfabrik in Kreuzberg und trug maßgeblich dazu bei, die Contact Improvisation im Land zu verankern. Heute bildet das Areal der Uferstudios im Wedding ein weiteres wichtiges Zentrum, in dem das Hochschulübergreifende Zentrum Tanz Berlin, freie Initiativen und Arbeitsräume aufeinandertreffen. Hier geht es selten um reine Showeffekte, sondern um körperliche Präsenz, Improvisation und den Austausch über Bewegung.







